Nachrichten / Veranstaltungen Detailansicht

Vier Wochen Werkstattpraktikum in Malta

Im vergangenen Jahr nahmen bereits Kfz-Mechatroniker Auszubildende aus dem Unternehmen Gebrüder Nolte am erstmalig angebotenen Auslandspraktikum in Irland teil. Weil alle drei so begeistert von den dortigen Erfahrungen berichtet hatten, nahm Dr. Markus Schäfer vom Hönne Berufskolleg erneut die Organisation für ein weiteres Auslandspraktikum auf sich. Von den fünf nach Malta gereisten angehenden Kfz-Mechatronikern des Hönne Berufskollegs machen zwei ihre Ausbildung bei der Autohausgruppe Gebrüder Nolte. Hier ihr Bericht aus dem Gespräch mit der Unternehmensleitung nach der Rückkehr aus Malta:

 

Wer: 

Niklas Bertelt, 18 Jahre, aus Iserlohn-Lössel
Jan-David Hülshoff, 23 Jahre, aus Wetterbeide Kfz-Mechatroniker Auszubildende im 3. Lehrjahr bei Gebrüder Nolte     

 

Was:

Vier Wochen Praktikum in Malta in Kfz-Werkstätten

 

Wieso:

Nachdem im vergangen Jahr zum ersten Mal Gebrüder Nolte Kfz-Mechatroniker Auszubildende ein Auslandspraktikum (damals Irland) gemacht hatten, hat unser Lehrer, Dr. Markus Schäfer vom Hönne Berufskolleg in Menden über das Programm Erasmus+ auch für unsereJahrgang ein Auslandspraktikum - diesmal auf der Mittelmeerinsel Malta - organisiert. Wir sind dankbar, dass Gebrüder Nolte uns zur Teilnahme ermutigt und uns dafür bezahlt freigestellt hat.

 

Welche Sprache:

Die Einheimischen sprechen maltesisch, eine Mischung aus arabisch, englisch und italienisch. Aber da Malta sehr multikulturell bewohnt ist und unsere Praktikumskollegen auch aus allen Erdteilen kamen, konnten wir uns grundsätzlich auf Englisch verständigen. Nach anfänglicher Scheu haben wir uns dann doch getraut, einfach drauf los zu sprechen, und nach den vier Wochen haben wir kaum noch gemerkt, dass englisch eine Fremdsprache für uns ist.

 

Wo gelebt:                      

Gewohnt haben wir mit drei Azubikollegen aus anderen deutschen Ausbildungsbetrieben in einer „WG“ Wohnung. Wer kocht, putz, wäscht und spült etc., darüber haben wir uns gut verständigt. In  der Freizeit, vor allem an den Wochenenden, haben wir in dieser 5er Gruppe die Insel erkundet - allerdings nicht mit einem Mietwagen, sondern per Bus, weil wir keine Unfallschäden riskieren wollten: In Malta gibt es aufgrund seiner britischen Wurzeln Linksverkehr, der Zustand der Straßen ist miserabel und das Straßennetz ist überhaupt nicht für den vielen Verkehr ausgelegt. So herrschte dort nur das Chaos… und wir wollten nicht zu weiteren Schäden beitragen.

 

Die Arbeit:                      

Niklas Bertelt: Ich war einer Car Rental Werkstatt mit einem größeren Team zugeteilt. Wir mussten hauptsächlich die firmeneigenen Mietwagen - das waren fast 400 - warten. Die Betriebsanlage und Ausstattung entsprach - da vor wenigen Jahren neu gebaut - fast der Qualität, die ich aus Deutschland kenne. Wegen des Platzmangels auf der Insel gab es einen Autofahrstuhl, der Fahrzeuge in die Lackiererei im Obergeschoss und auf das Parkdeck auf dem Dach transportierte.

Jan-David Hülshoff: Ich hatte nur wenige Kollegen in der freien Werkstatt. Fast alle waren ebenso wie ich internationale Praktikanten, einer sogar aus Venezuela. Sehr häufig mussten wir Stoßdämpfer und Bremsen reparieren, das ist wohl den schlechten Straßenverhältnissen geschuldet. Weil die Lieferzeit von Ersatzteilen teilweise drei Wochen betrug, mussten wir viel mehr reparieren, statt - wie wir es in Deutschland kennen - auszutauschen. Überhaupt habe ich bemerkt, dass die Arbeitsmentalität der Malteser ganz anders ist: ob eine Inspektion etwa vier Stunden dauert statt zwei (wie ich es kenne), stört dort niemanden. Die Mitarbeiter und auch Kunden hatten da einfach die Ruhe weg. Auch Neues konnte ich dort lernen, z. B. wie man einen manuellen Bremsflüssigkeitswechsel ohne Gerät vornimmt, einfach weil die Werkstatt so ein Gerät nicht hatte.                                        

Beide: Unsere Chefs waren angenehm überrascht, dass wir dank unserer bisherigen praktischen und theoretischen Berufsausbildung so zuverlässig, pünktlich und gut gearbeitet haben und ließen uns bald selbstständig Aufträge erledigen.

 

Wetter und Umwelt:       

Die Lockerheit der Malteser ist sicher eine Folge der dortigen heißen Temperaturen: bei 38-40° C tat es gut, dass alle Werkstatttore ständig geöffnet waren, und die Gesellen dort trugen kurze Hosen. Das wäre in Deutschland schon allein wegen der Arbeitssicherheitsvorschriften gar nicht erlaubt! In einem unserer Wohnung nahegelegenen Laden haben wir täglich Flaschenwasser gekauft, denn das, was aus der Leitung fließt, ist aufbereitetes Meerwasser.

 

Wohlstand und Beruf:    

Besorgt haben wir wahrgenommen, dass die Schere zwischen reich und arm auf Malta wohl stark auseinander geht: es gibt viele uralte „Rostlauben“ neben ein paar offensichtlich sehr teuren Luxusautos. Wenn man den TÜV Stempel braucht, legt man als Kunde noch ein, zwei Geldscheine zu dem Auftragsbogen. Dann darf man weiterfahren, auch wenn das Auto fast auseinander fällt. In Deutschland undenkbar! Obwohl die Preise vergleichbar mit deutschen Preisen sind, verdient ein Kfz-  Mechaniker in Malta nur ca. € 4,50 pro Stunde! Wer in Malta Kfz-Mechaniker werden will, besucht drei Jahre lang eine Schule, die technisch eher schlecht ausgestattet ist. Hier erlernt man die Theorie rund um das Kfz-Handwerk. Die betriebliche Praxis kommt erst nachher dazu, wenn eine Firma so einen Schulabsolventen als Mitarbeiter einstellt. Das System der dualen Ausbildung wie wir es in Deutschland durchlaufen bereitet uns definitiv besser auf unsere berufliche Laufbahn vor!

 

Fazit:                              

Jan-David Hülshoff: Allein um internationale Kompetenzen aufzubauen und verschiedene Kulturen kennen zu lernen (auch Deutschland wandelt sich ja), ist so ein Auslandspraktikum definitiv jedem zu empfehlen.

Niklas Bertelt: Ja, es war eine riesen Erfahrung, die ich vielen wünsche, die noch nie für längere Zeit allein von zu Hause weg waren, denn so lernt man den Alltag inkl. Waschen und Kochen selbst zu meistern.

Beide: Nochmals einen großen Dank an unseren Lehrer, Dr. Markus Schäfer, und an unseren Ausbildungsbetrieb Gebrüder Nolte, die uns diese Bereicherung fürs Leben ermöglicht haben!

 

Bildunterschriften:

Gruppenbild: Ein paar Wochen Auslandsaufenthalt im Rahmen der Berufsausbildung ist jedem zu empfehlen, meinen Jan-David Hülshoff und Niklas Bertelt, die ihrer Chefin Petra Pientka begeistert von ihren Erfahrungen aus vier Wochen Werkstattpraktikum in Malta berichtet haben.

Straße: Linksverkehr auf den schmalen Straßen der maltesischen Hauptstadt Valetta. Die Gebrüder Nolte Auszubildenden bestaunten die reichhaltig verzierten alten Häuser und tauchten so während ihres vierwöchigen Auslandspraktikums auch in die maltesische Kultur und Geschichte ein.

Meer: An den Wochenende gingen die deutschen Auszubildenden auf Erkundungsfahrten, so auch zur bekannten Blauen Lagune auf Comino.

Arbeitsteam: Die beiden deutschen Kfz-Mechatroniker Praktikanten, darunter Niklas Bertelt von Gebrüder Nolte (2. v. r.) fühlten sich trotz fehlender kurzer Arbeitshose im Team der Meli Motors Werkstatt in Malta sehr wohl.

Konzept, Layout und Programmierung von meinautohaus.de